Die richtige Fußpflege

Die richtige Fußpflege

Credo lautet: „Cremen, cremen, cremen!”

Die ungefähre Lesezeit beträgt 10 Minuten.

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Dornenschwielen, Krallenzehen und vor allem trockene Haut und Nägel: Das sind die Themen, die bei Michael Flindt tagtäglich auf den Tisch, oder vielmehr auf den Behandlungsstuhl kommen. Denn der 59-Jährige ist ein Fußpfleger, der in der Bremer Innenstadt medizinische Fußpflege betreibt. Flindts Spezialgebiet: die intensive Pilzbehandlung. Bei einem Vorort-Termin in seiner Praxis hat er Tipps verraten, die insbesondere ältere Menschen vor Problemen bewahren sollen. Schließlich tragen Füße die allermeisten Menschen durchs Leben – tagein, tagaus. Deshalb sollte jeder auf sie Acht geben.

Inhaltsverzeichnis

Nägel nicht zu kurz schneiden

Michael Flindts ultimative Empfehlung für gesunde Füße – insbesondere ältere – lautet: „Cremen, cremen, cremen – auch zwischen den Zehen!“ Das beuge trockener Haut sowie brüchigen Nägeln vor und verhindere so, dass sich Keime jeglicher Art ihren Weg an der Hautbarriere vorbei bahnen. Ihm zufolge helfe es ebenfalls, Nägel an Hand und Fuß nie zu kurz zu schneiden. Darauf sollten insbesondere Eltern kleiner Kinder achten. Denn eine verletzte Nagelhaut öffne Bakterien ebenfalls Tür und Tor. Der 59-jährige Flindt, der sich zunächst in Eberswalde mit seiner Praxis selbstständig gemacht hat und dann vor einigen Jahren nach Bremen umgezogen ist, rät Senioren außerdem präventiv dazu, ein- bis zweimal jährlich zur Fußpflege zu gehen. Das empfehle sich auch für Menschen, die noch gut sehen können und ihre Füße noch gut erreichten. Generell, so Flindt, könne man auch einen Spiegel verwenden, um sich unter die Fußsohlen zu schauen.

Mit der Hacke auf den Boden klopfen

Denn 1. machen sich nicht alle Hautveränderungen durch Schmerzen bemerkbar, etwa im Falle bösartiger Muttermale. Und 2. gibt es bestimmte Erkrankungen, die die Nerven in den Füßen blockieren und schädigen, sodass die Fußbesitzer nichts von Verletzungen spüren. Ein Beispiel hierfür sind Zuckerkranke. „Diabetikern empfehle ich generell, dass jemand, bevor er sich einen Schuh anzieht, diesen mit dem Absatz auf dem Boden aufklopft“, sagt Michael Flindt. So sehe man, ob sich Steinchen oder Sandkörner im Inneren befinden. Bemerkt man diese nicht, können die Fremdkörper einen Teufelskreis in Gang setzen: Steine oder Sand führen zu Verletzungen, die der Diabetiker nicht direkt bemerkt. Die Wunden infizieren sich und halten sich wegen der durch die Krankheit gestörten Heilungskräfte manchmal so lange, sodass das betroffene Gewebe sogar absterben kann. Diabetische Füße führen im schlimmsten Fall sogar dazu, dass Gliedmaßen wie Zehen oder gar gesamte Füße amputiert werden müssen.

Die Nervenschädigungen, wegen der Menschen mit Diabetes ihre Füße irgendwann nicht mehr richtig spüren, heißen fachsprachlich Neuropathien. Sie sind allerdings nicht nur eine Spätfolge der sogenannten Zuckerkrankheit, sondern werden auch durch andere Faktoren ausgelöst. Michael Flindt erklärt, dass unter anderem Alkoholmissbrauch dazugehört.

Fusspflege: Michael Flindt

Michael Flindt

Fusspflege: Michael Flindt

Michael Flindt

Was ausgetrocknete Flussbetten mit Füßen gemein haben

Betroffenen rät der Fuß-Experte explizit zu Cremes mit 5 Prozent Harnstoff, also Ureacremes. Generell sei es schlau, sich nicht direkt nach dem Duschen einzucremen, sondern damit zu warten, bis die Haut wirklich ganz trocken sei. Das steigere ihre Aufnahmefähigkeit. Zudem ist vor dem Zu-Bett-Gehen laut dem Experten ein guter Zeitpunkt, sich die Füße einzureiben. Mehrere dünne Schichten Creme sind Flindt zufolge manchmal besser als eine dicke – ausgetrocknete Flussbetten könnten schließlich beim ersten großen Regen auch erst einmal kein Wasser aufnehmen, veranschaulicht er.

Als Spezialist für Pilzinfektionen kommt der einstige Schäfer im Gespräch noch auf generelle Hinweise zu sprechen, die nicht nur für die älteren Vertreter der Gesellschaft hilfreich seien: Wer im Sommer gern nackt in seine Schuhe schlüpft, der solle diese hin und wieder von innen desinfizieren. Allerdings nicht zu oft, denn ein zu steriles Umfeld fördert bekanntermaßen Resistenzen. Fußpilz kann man sich Flindt zufolge übrigens überall einfangen: im Schwimmbad genauso wie auf dem Hotel-Teppich, zu Hause oder eben beim Barfußlaufen in Schuhen und auf Sommerwiesen. Aber: „Wenn die Biochemie und das Immunsystem in Ordnung sind, ist das für jeden Pilz eine unüberwindbare Barriere“, ist sich der 59-Jährige sicher.

Pilzbefall: Nagel ähnelt zerhacktem Holzscheit

Doch: Wie erkennt man überhaupt, dass man sich einen Fußpilz eingefangen hat? Michael Flindt zählt auf, dass der Nagel dicker werde, gelb, bröckelig und von vorn aussehe wie ein zerhackter Holzscheit. Schon bei den ersten Anzeichen sollen Betroffene ihm zufolge einen Arzt, Fußpfleger oder Podologen aufsuchen.

Wer früh genug vorsorgen möchte, dass er später möglichst keine Probleme mit seinen unteren Extremitäten bekommt, der kann dazu auch mit der richtigen Wahl der Schuhe beitragen. Krallenzehen beispielsweise können erblich bedingt sein. Sie können jedoch auch eine Spätfolge zu kleiner oder zu enger Schuhe sein. „Die Verbrechen aus der Kindheit und den jungen Jahren zeigen sich erst sehr viel später“, weiß Flindt aus der Praxis. „Jeder Fuß verzeiht es, wenn der Schuh mal zu eng ist.“ Das tue er nur eben nicht, wenn man etwa jeden Tag zu kleine Pumps trage.

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Juliane Klug

Juliane Klug

Als Redakteurin liebt es Juliane, in immer neue Themen einzutauchen. Wenn sie anderen Menschen komplexe Dinge verständlich näherbringen kann, ist sie in ihrem Element. Seit dem Frühjahr 2022 sorgt Juliane im Marketing-Team von Citycare24 für Content.

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