Juliane Klug
Redakteurin bei Citycare24
Veröffentlichung am 19. Februar 2026
Die ungefähre Lesezeit beträgt 6 Minuten.
Frostbeule trifft ganzjährlichen T-Shirt-Träger: Insbesondere in Büros können die Fragen nach der richtigen Temperatur sowie dem geeignetern Fenster-auf-Intervall schon mal zum Streitthema werden. Diesen alten Zwist können auch wir leider nicht beilegen. Aber weil gerade Winter ist und sich sicherlich auch in diesem Jahr viele Menschen fragen, wie viel Frischluft denn sein muss und ob man die Heizung in unbewohnten Räumen nicht einfach auslassen kann, haben wir in dem folgenden Text ein paar wichtige Informationen zusammengetragen.
Ein gutes Raumklima ist insbesondere bei der Arbeit von Vorteil. Denn wenn das Klima stimmt, können sich Menschen in der Regel kopfschmerzfrei konzentrieren. Schließlich macht stickige Luft müde. Es reicht allerdings nicht aus, lediglich einmal morgens zum Arbeitsbeginn die Bürofenster aufzureißen. Denn mit der Zeit verschlechtert sich die Luftqualität durch:
(Infos von der vbg-Seite, gesetzliche Unfallversicherung)
Für all diejenigen, die lieber mit Messwerten arbeiten und überzeugen, gibt es an dieser Stelle eine gute Nachricht: Längst gibt es sogenannte CO2-Ampeln oder Devices, die Alarm schlagen, sobald es Zeit fürs Lüften wird. Manche sehen aus wie große Ghettoblaster und messen neben dem CO2-Wert auch noch den Geräuschpegel, den Luftdruck und die -feuchtigkeit. Weitere sehen wirklich Ampeln ähnlich, wieder andere sind einem Kanarienvogel nachempfunden und lassen die Flügel hängen, sobald der Sauerstoff dünn wird. Ganz wie die Vögel im Bergbau früher, die als lebendige Frühwarnsysteme geopfert worden sind.
Verbrauchte Luft bringt Menschen zwar nicht gleich um. Aber sie kann durchaus krank machen. Corona, Grippe, Scharlach oder andere Erkrankungen, die mittels Tröpfcheninfektion von einer Person zur nächsten wandern, verbreiten sich bei hoher Konzentration in der Luft schneller. Sie haben darum in Räumen, die länger geschlossen bleiben, leichteres Spiel. Und apropos Tröpfchen: Durch die Atemluft, durch einen Wasserkocher, die Spülmaschine und ähnliches gelangt auch immer Feuchtigkeit in die Luft. Wer regelmäßig lüftet, verringert sie wieder. Denn: Bleibt zu viel Feuchtigkeit in einem Raum, steigt die Gefahr von Schimmelbildung. Das gilt sowohl für gut isolierte Neubauten als auch für eher schlechter isolierte alte Gebäude.
Stoßlüften und querlüften – das ist die Lösung, um diesem negativen Effekten entgegenzuwirken. Dazu rät das Portal Arbeit & Gesundheit (AUG), das sich an Sicherheitsbeauftragte richtet:
Das sollen die Mitarbeitenden demnach mindestens jede Stunde wiederholen. In Besprechungs- sowie Seminarräumen rät das Portal zu Abständen von etwa 20 Minuten, da hier oft mehr Menschen anwesend sind und demnach mehr gesprochen wird.
Von dauerhaft angeklappten Fenstern in der kalten Jahreszeit halten Experten nichts. Durch sie kühlen Mauern nämlich ab. Ist die Luft drinnen feucht, kann es zu Schimmel kommen, weil Wasser an den Wänden kondensiert. Dasselbe kann im Übrigen in unbeheizten Räumen passieren. Darum gilt: Auch wenn ein Raum unbewohnt ist oder es sich dabei um das Schlafzimmer handelt, in dem sich die Bewohner nur nachts aufhalten, muss regelmäßig gelüftet werden. Zudem müssen derartige Räume auch eine gewisse Mindesttemperatur besitzen. Geschlossene Türen helfen, die warme Luft im inneren zu halten.
Wie kalt es im Räumen werden darf, ohne dass Schimmelgefahr entsteht? Das Umweltbundesamt rät, es auf Dauer nicht kälter werden zu lassen als 17 Grad. Hierbei handelt es sich um einen generellen Hinweis. Die sogenannte Arbeitsstättenrichtlinie regelt, wie warm es mindestens im Büro, in der Werkhalle oder an anderen Arbeitsorten sein muss, um hier gut arbeiten zu können:
(Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin)
Wer beispielsweise im Büro ein gutes Raumklima haben möchte, sollte…
…im Winter mindestens drei Minuten am Stück das Fenster aufmachen (Heizung hierfür abdrehen).
…im Frühling und Herbst mindestens fünf Minuten lang lüften.
…im Sommer für mindestens zehn Minuten lang Luft hereinlassen.
(Arbeit & Gesundheit, Portal für Sicherheitsbeauftragte)
In einem normalen Büro sollte das demzufolge alle 60 Minuten geschehen. In den Seminar- oder Besprechungsräumen sowie an vergleichbaren Orten sollte die Luft etwa alle 20 Minuten ausgetauscht werden – am besten durchs Stoß- oder sogar Querlüften.
Damit das Mauerwerk nicht zu kalt wird und die Schimmelgefahr steigt, sollte es in Innenräumen nicht dauerhaft kälter als 17 Grad sein (Umweltbundesamt).
Einigen generellen Informationen sowie den markierten Zitaten liegen folgende Quellen zugrunde:
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)“Raumtemperatur“ (Link), Stand: 24. November 2025.
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) „Richtig lüften am Arbeitsplatz“ (Link), Stand: 19. November 2025.
Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) „Richtig lüften und Energie sparen“ (Link), Stand: 19. November 2025.
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) „Infektionen über die Luft“ (Link), Stand: 20. November 2025.
Als Redakteurin liebt es Juliane, in immer neue Themen einzutauchen. Wenn sie anderen Menschen komplexe Dinge verständlich näherbringen kann, ist sie in ihrem Element. Seit dem Frühjahr 2022 sorgt Juliane im Marketing-Team von Citycare24 für Content.
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