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Impfungen

Bild von <p style="margin-top:15px;">Juliane Klug</p>

Juliane Klug

Redakteurin bei Citycare24

Veröffentlichung am 4. Dezember 2025

Die ungefähre Lesezeit beträgt 8 Minuten.

Impfungen

Ein Piks für dich und die Gemeinschaft

In Süddeutschland stecken sich 27 Mitglieder einer Freikirche mit Masern an (November 2025). Nachdem die Krankheit fast 30 Jahre ausgerottet war, kämpft Kanada aktuell gegen einen Masern-Ausbruch von Oktober. Und die USA verzeichneten unter Donald Trump bereits im Frühjahr 2025 dreimal so viele Ausbrüche wie im Jahr davor (Ende April: 884; Tagesschau). Eine Handvoll Tote gab es auch schon. Was all diese Ereignisse gemeinsam haben: Die Ausbrüche sind durch Impfgegner oder zumindest -skeptiker möglich gewesen. Dabei schützen Impfungen nicht nur diejenige Person, die sich piksen lässt. Sondern die Spritze für den Einzelnen und die Einzelne trägt auch immer zum Schutz der Gesamtbevölkerung bei. Der folgende Text widmet sich den Pflichten und Empfehlungen hierzulande.

📖 Inhaltsverzeichnis

Ohne bleibt die Kita-Tür zu

Was Masern betrifft, so gibt es seit dem 1. März 2020 in Deutschland eine Pflicht für Menschen, die nach 1970 geboren worden sind und in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten, in Krankenhäusern, Kitas, Schulen, Arztpraxen, in Unterkünften für Geflüchtete und an ähnlichen Orten. Sie müssen mindestens zwei Impfungen nachweisen (Infektionsschutz). Das Masernschutzgesetz sieht zudem vor, dass Kinder „…vor Eintritt in den Kindergarten, Kindertagespflege oder Schule die von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlenen Impfungen gegen Masern erhalten haben. Ungeimpfte können vom Besuch einer Kindertagesstätte ausgeschlossen werden“ (Infektionsschutz).

Piks schon für die Kleinsten

Um auch die kleinsten Mitglieder der Gesellschaft schon vor mitunter schweren Krankheitsverläufen zu schützen, gibt die Stiko auch für sie schon Empfehlungen zur Immunisierung heraus. Denn: Je jünger Kinder sind, desto schneller wird etwa ein Magen-Darm-Infekt lebensbedrohlich. Schließlich muss sich das Immunsystem von Säuglingen erst aufbauen. Zu Beginn der Zeit diesseits des Bauches kann es Viren und Bakterien noch nicht wirklich viel entgegensetzen.

Für Säuglinge, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche gelten laut Stiko folgende Impfempfehlungen:

  • Rotaviren
  • Diphterie, Tetanus, Polio, Keuchhusten und Hepatitis B, Haemophilus influenzae Typ b (Hib; Sechsfachimpfstoff)
  • Masern, Mumps und Röteln
  • Windpocken
  • Meningokokken B
  • Meningokokken C
  • Humanes Papillomvirus (HPV)
  • RSV
  • Pneumokokken

Quelle: Bundesgesundheitsministerium

Plan geht für Erwachsene weiter

Für Erwachsene gehören neben Masern zu den empfohlenen (Auffrischungs-)Impfungen:

  • Keuchhusten (einmal als Erwachsene sowie in jeder Schwangerschaft)
  • Tetanus und Diphterie (alle zehn Jahre)
  • Gürtelrose/Herpes Zoster (für alle Menschen Ü60 oder Ü50 mit einer Erkrankung wie Diabetes, Asthma oder Ähnliches
  • Pneumokokken (für Personen ab 60 Jahren)
  • Grippe (für vulnerable Gruppen empfohlen; Schwangere, Menschen Ü60, medizinisches Personal sowie chronisch Kranke)
  • RSV (ab 75 Jahre sowie bestimmte Risikogruppen bezogen auf das Respiratorische Synzytial-Virus)
  • FSME
    (bei Aufenthalten in Gebieten, in denen Zecken womöglich die Frühsommer-Meningoenzephalitis übertragen)
  • Corona
  • Hepatitis B
  • Haemophilus Influenza b (Hib)
  • Polio
  • Röteln

Quellen: Verbraucherzentrale und Infektionsschutz-Seite

Nicht alle verkraften Spritzen

Das sieht erst einmal nach einer langen Liste aus. Allerdings handelt es sich bei den meisten Piksern um welche, zu denen die Expertenkommission Menschen rät. Niemand ist darum verpflichtet, diese Liste oben komplett abzuarbeiten. Allerdings sollte sich jede gesunde Person auch vor Augen halten, dass sie sich mit einer Spritze nicht nur selbst schützt, sondern auch dazu beiträgt, dass Menschen geschützt werden, die sich selbst nicht impfen lassen dürfen. Denn solche Fälle gibt es. Zum einen können Allergien gegen bestimmte Inhaltsstoffe eine Impfung verhindern sowie auch Immundefekte (rki). Zum anderen sollten sich beispielsweise schwangere Frauen nicht mit jedem Impfstoff immunisieren lassen und dürfen auch nicht zu jedem Zeitpunkt in der Schwangerschaft Impfdosen erhalten. Ist die Bevölkerung um diese oder andere sogenannte vulnerable Gruppen quasi durchgeimpft; besitzen viele Individuen einen vollständigen Schutz und damit die Herdenimmunität, so sinkt auch für ungeimpfte Menschen die Wahrscheinlichkeit, krank zu werden.

Das Gesundheitsministerium führt in seinem Impftext zudem noch besondere Empfehlungen zum Beispiel für Reisende auf – und auch Schwangere. Letzteren legt es die jeweils aktuelle Impfung gegen Grippe ans Herz, einen Piks gegen Keuchhusten sowie darauf zu achten, dass sie eine Basisimmunität gegen Covid-19 (Corona) besitzen.

Wer sich dafür interessiert, wann welche Immunisierungen vorgesehen sind, der kann diese dem Impfkalender entnehmen (siehe Link in den Quellen).

Unabhängig und faktenbasiert

Die Ständige Impfkommission ist im Übrigen ein unabhängiges Gremium, das aus ehrenamtlich agierenden Experten besteht und beim Robert-Koch-Institut angesiedelt ist. Das Gremium orientiert sich „…an den Kriterien der evidenzbasierten Medizin und berücksichtig sowohl den individuellen Nutzen für geimpfte Personen als auch den Nutzen für die gesamte Bevölkerung“ (rki).

Hinweis

Dieser Text basiert auf einer Literaturrecherche. Wir haben an dieser Stelle gewissenhaft Informationen zusammengetragen, die aus – unserer Ansicht nach – seriösen Quellen stammen. Das macht uns jedoch nicht zu Expertinnen und Experten. Sollten Sie also konkrete Fragen zu Impfungen haben, so konsultieren Sie bitte unbedingt eine Ärztin oder einen Arzt.

Einigen generellen Informationen sowie den markierten Zitaten liegen folgende Quellen zugrunde:

 Verbraucherzentrale NRW e.V. „Früherkennung: Diese Vorsorgeuntersuchungen stehen Ihnen zu“ (Link), Stand: 06. November 2025.

 tagesschau.de „Mehr Masernfälle durch fehlenden Impfschutz“ (Link), Stand: 18. November 2025.

 Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) „Impfempfehlungen für Erwachsene“ (Link), Stand: 18. November 2025.

 Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) „Eltern und Erziehungsberechtigte“ (Link), Stand: 18. November 2025.

 Robert Koch-Institut „Empfehlungen der Ständigen Impfkommission“ (Link), Stand: 18. November 2025.

 Robert Koch-Institut „Ständige Impfkommission“ (Link), Stand: 01. Dezember 2025.

 Robert Koch-Institut „Bestehen grundsätzlich Kontra­indikationen gegen Impfungen?“ (Link), Stand: 01. Dezember 2025.

 Bundesministerium für Gesundheit (BMG) „Schutzimpfungen und spezifische Vorsorge“ (Link), Stand: 18. November 2025.

 Paul-Ehrlich-Institut „Impfstoffe für Menschen“ (Link), Stand: 01. Dezember 2025.

 Robert Koch-Institut „Karte der FSME-Risikogebiete“ (Link), Stand: 01. Dezember 2025.

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Juliane Klug

Als Redakteurin liebt es Juliane, in immer neue Themen einzutauchen. Wenn sie anderen Menschen komplexe Dinge verständlich näherbringen kann, ist sie in ihrem Element. Seit dem Frühjahr 2022 sorgt Juliane im Marketing-Team von Citycare24 für Content.

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