Hausnotruf

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Wenn der Pieper SOS funkt

Die ungefähre Lesezeit beträgt 5 Minuten.

Die ungefähre Lesezeit beträgt 5 Minuten.

Nirgends ist es so schön wie zu Hause. Deshalb möchten viele Menschen ihre vier Wände auch im Alter ungern verlassen. Ein Mittel, das Seniorinnen und Senioren als auch deren Verwandten dann gute Dienste leistet, ist der Hausnotruf. Er vermittelt Personen Sicherheit, die auf Hilfe aus ihrem Umfeld oder von Pflegediensten angewiesen sind. Ist ein Notruf-System aktiviert, können sich Angehörige ein Stück weit entspannen; können ihrer sturzgefährdeten alleinlebenden Oma auch guten Gewissens von der Seite weichen. Schließlich bekommt sie im Ernstfall über den Hausnotruf schnell Hilfe. Warum viele Nutzerinnen und Nutzer derartiger Systeme womöglich auch ohne Not täglich einmal aufs Knöpfchen drücken, das und mehr erklärt dieser Text.

 

Inhaltsverzeichnis
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Feste Basis, mobiler Handsender

Das Herzstück der Systeme ist die Basisstation. „Da die Kunden aber nicht die ganze Zeit neben dem Gerät stehen, gibt es auch einen Funkhandsender. Unsere Kunden nennen ihn den Pieper“, sagt Corinna Wallschlag. Sie ist vom Fach, denn sie ist die Leiterin der Kundenbetreuung des Bremer Haus-Notruf-Services (gehört zur BeWo-Gruppe). Diesen gibt es mittlerweile seit mehr als 40 Jahren in der Hansestadt.

Wasserfest und oft genutzt

Sowohl der Pieper als auch die Basisstation sind mit einem Alarmknopf ausgestattet. Den mobilen Teil sollten die Betroffenen immer bei sich tragen – als Kette um den Hals oder als Armband. Und auch unter der Dusche. Dafür sind alle diese Gadgets (englisch: kleines, handliches Gerät) wasserdicht. Drücken sie den roten Knopf aktiv, baut sich eine starke Freisprech-Verbindung zur angeschlossenen Notrufzentrale auf, die dann rund um die Uhr weitere Hilfe vermittelt. Das Unternehmen, für das Corinna Wallschlag arbeitet, betreut in seiner Zentrale mehr als 17 000 Hausnotruf-Kunden bundesweit.  

Wie oft sich Nutzerinnen und Nutzer bei ihren Kolleginnen und Kollegen melden, ist beim Haus-Notruf-Service schwer auseinander zu rechnen. Denn auch eine Pieper-Batterie, deren Kräfte schwinden, löst eine Meldung aus, erklärt die Leiterin der Kundenbetreuung. Der Bundesverband Hausnotruf, ein Verein, zu dem sich 40 Anbieter von Notrufsystemen zusammengeschlossen haben, liefert Zahlen. Seiner Homepage zufolge gehen bei den entsprechenden Callcentern insgesamt 11 000 Anrufe ein – jeden Tag. 

Die Taste, die sagt: Alles ist gut

Nun gibt es durchaus auch Situationen, in denen es Menschen unmöglich ist, selbst Hilfe zu alarmieren – sei es, weil sich der Pieper doch mal in einem anderen Zimmer befindet, oder weil sie aufgrund eines Sturzes nicht ansprechbar sind. Für Fälle wie diese gibt es bei allen Systemen zusätzlich noch einen Automatismus. Dieser löst einen Alarm aus, wenn die Nutzerinnen und Nutzer des Systems einen bestimmten Knopf – die Anbieter aus Bremen nennen ihn die „Mir geht es gut“-Taste – über einen gewissen Zeitraum nicht gedrückt haben. Das kann einmal am Tag sein, zweimal oder dreimal – ganz wie es Kundin oder Kunde wünschen und wie es zur täglichen Routine passt, sagt Corinna Wallschlag.  

Geht so ein Alarm los, schaltet sich ein Team-Mitglied der Telefonzentrale laut ihr per Freisprech-Anruf in die betreffende Wohnung und fragt nach, ob alles okay ist. Wenn dem nicht so ist, die Bewohnerin oder der Bewohner womöglich gar nicht antwortet, beginnt eine Maßnahmenkette. Je nachdem, wie ernst die Situation ist, rufen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Servicezentralen einen Notarzt oder informieren den eigenen Bereitschaftsdienst, den Pflegedienst oder Verwandte. „Wenn die Tochter nebenan wohnt, ist es immer sinnvoll, die Tochter zu informieren“, so Wallschlag.

Notruf-Gadgets auch für draußen

Wer die „Mir geht es gut“-Funktion nicht haben möchte, bekommt sie nicht. Denn sie ist optional programmierbar. „Es ist eine Sicherheitsfunktion für Kunden, die wissen möchten: ,Was passiert, wenn ich hier einfach umkippe?‘“, veranschaulicht die Expertin. Hier, das meint die eigene Wohnung: „Das klassische Hausnotrufsystem ist ein System für die Absicherung in der häuslichen Umgebung.“  Für Menschen, die sich auch draußen, außerhalb ihrer vier Wände öfter fragen „Was wäre, wenn…?“ gibt es beispielsweise sogenannte Sicherheitsuhren. Diese funktionieren laut Wallschlag mithilfe von Mobilfunkkarten. Damit setzen die Gadgets Notrufe in dem Funkmast-Gebiet ab, in dem sich der hilfebedürftige Mensch gerade aufhält. Andere setzen einem Artikel der Apotheken-Umschau zufolge auf GPS-Sender. „Zur Wahl stehen normale Handys mit Nofallknopf, leicht bedienbare Zwei-Tasten-Geräte, mit denen man aber nicht telefonieren kann und Modelle, die unauffällig in schicke Armbanduhren eingebaut sind“, zählt die Autorin des Textes auf.

Zuschuss der Pflegekasse

Das klingt gut? Hier kommt noch ein Pro-Argument: Notrufsysteme zählen zu den Pflegehilfsmitteln. Deshalb bezuschussen die Pflegekassen sie für Menschen, die einen Pflegegrad besitzen. Wenn das also auf Sie zutrifft, dann informieren Sie sich. 

30.000 Hausbesuche und viele Anbieter

Neben privaten Anbietern wie dem im Text genannten oder örtlichen Pflegediensten bieten auch Wohlfahrtsverbände wie die Caritas, der Arbeiter-Samariter-Bund und das Deutsche Rote Kreuz Hausnotrufe an. Hinzu kommen Organisationen wie der Malteser Hilfsdienst und die Johanniter Unfall-Hilfe. Die Vielzahl der Anbieter macht bereits deutlich: Die Systeme sind beliebt. Der Bundesverband Hausnotruf spricht auf seiner Homepage von 3 600 Einsätzen pro Tag. Der Bedarf ist also da und die Konkurrenz entsprechend groß. Das ist ihr Vorteil. Denn wo es viele Anbieter gibt, lohnt es sich, Preise und Leistungen zu vergleichen.  

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Juliane Klug

Juliane Klug

Als Redakteurin liebt es Juliane, in immer neue Themen einzutauchen. Wenn sie anderen Menschen komplexe Dinge verständlich näherbringen kann, ist sie in ihrem Element. Seit dem Frühjahr 2022 sorgt Juliane im Marketing-Team von Citycare24 für Content.

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